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Thema: Späte Liebe (erst verschmäht, dann verehrt)

  1. #1
    Mk.de Mitglied Stammuser Avatar von KeeperBvK
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    Standard Späte Liebe (erst verschmäht, dann verehrt)

    Habt ihr Spiele, die euch erst kalt gelassen haben? Die ihr nicht einmal in eurer Friends Zone parken wolltet, nur um dann irgendwann Jahre später in ihnen die Liebe eures Lebens zu finden? Oder sie zumindest plötzlich schätzen zu lernen?


    Bei mir ist Castlevania so ein Fall. Als Kind auf NES noch als zu hakelig und lediglich "ok" empfunden, habe ich mir dann - warum auch immer - den GBA-Rerelease später gegönnt. Ich glaube, das lag in ner Grabbelkiste für €5 oder so. Jedenfalls hat es mich da plötzlich total gepackt. Simon ist nicht wirklich furchtbar mobil, aber die Steuerung folgt festen Regeln, die sich berechnen lassen, mit denen man planen kann und die nie versagen. Sprich, einmal reingebissen hat es sein ganz eigenes Gefühl und ist dabei durchgehend fair. Ein tolles Spiel - endlich auch von mir verstanden.


    Ähnlich bei Zelda II: Auf dem NES war ich nach meinem damals geliebten Zelda I enttäuscht und überfordert. Warum kommen auf der Weltkarte urplötzlich drei Monster auf mich zugerast? Warum kann ich die nicht bekämpfen? Und was erzählen mir die Leute da im Dorf in einer fremden Sprache? Im Zuge der Zelda Collection auf dem Cube dann nochmal versucht und lieben gelernt. Ich verstehe die Antipathie nicht, die das Ding oft erfährt. Mittlerweile liegt es bei mir auf jeden Fall über Zelda I.


    Tomb Raider: Jedes Jahr habe ich damals den neuesten Teil am PS-Display des Spieleladens meines Vertrauens angezockt und für "total doof" befunden. Als ich dann gegen Ende der Lebenszeit der PSX mit meinen Eltern bei einer Zwangsversteigerung (ja) ein Gerät bekommen habe, mit welchen Spielen mag das wohl gewesen sein? Just eben Tomb Raider 1-4! Gekauft habe ich mir dann schnell Titel wie Tekken 3 oder MGS, aber tatsächlich habe ich auch Tomb Raider doch schnell mit anderen Augen gesehen. Die Polygon-Eistüten an Laras Front waren zwar weiterhin komisch, aber spielerisch konnte es ja doch was.


    Dann ist da noch Quake: Bei meinem Cousin auf seinem 486er hatte ich schon Wolfenstein 3D und Doom genossen. Was waren das für faszinierende neue Erfahrungen! Und nun also etwas Neues? Quake? Was kann schief gehen? Naja, wie erwähnt...486er...das war vielleicht nicht beste Hardware für dieses Polygonmonster. Was sich auf den Monitor ergoss, war eine Ruckelorgie und dazu noch in wenig erbaulichem grau-braun-grünem Matsch. Quake 1 habe ich dann zwar nie wieder gespielt, aber Quake 2 auf einem vernünftigen PC nachgeholt.

  2. #2
    Mk.de Mitglied Stammuser Avatar von CIT
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    Schönes Thema! Bei mir sind es wahrscheinlich eher bestimmte Arten von Spielen oder Genres.

    R-Type Serie — Hat mich ziemlich genervt früher, mit ihrem methodischen Aufbau, trottendem Pacing, und strengen Rücksetzpunkten. Irgendwann hat es aber mit R-Type III auf dem SNES klick gemacht, weil das ganze Spiel einfach so perfekt designt und abgestimmt ist. Hab es dann bis zum 1CC gesuchtet und inzwischen gehören die R-Types und Irem Shooter zu meinen Lieblingsvertretern des Genres.

    Arcade Games prä-1985 — Die meisten waren mir lange Zeit zu altbacken (da sie auch vor meiner Zeit liegen) bis ich sie irgendwann mal in einer tatsächlichen Arcade auf richtiger Hardware gezockt habe und mich durchweg begeistert haben. Was ich so toll finde, ist wie viele unterschiedliche Spielkonzepte und Steuerungsmöglichkeiten ausprobiert wurden, die immer genau auf die Bedürfnisse des Spiels abgestimmt waren. Trackball plus drei Buttons für Missile Command, Flight Stick für Tron, Rotaries für Robotron, usw. Einfach toll was es da für eine Vielfältigkeit gibt.

    Frühe-Polygon Spiele — Also alles mit texturlosen 3D Modellen: Starblade, Cyber Sled, Virtua Racing, Virtua Fighter, S.T.U.N. Runner, etc. Fand die auch lange Zeit viel zu überholt, aber inzwischen finde ich, dass der Stil einen sehr eigenen, angenehmen Charme versprüht, und der "saubere" Look gefällt mir besser als so manches Playstation oder N64 Spiel mit schwammigen interpolierten oder gestreckten Texturen.

    Ich verstehe die Antipathie nicht, die das Ding oft erfährt. Mittlerweile liegt es bei mir auf jeden Fall über Zelda I.
    Geht mir auch so. Ich mochte Zelda II schon damals sehr gerne.
    Geändert von CIT (17.02.2019 um 00:22 Uhr)

  3. #3
    Mk.de Mitglied Avatar von OmniBrain
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    Da gibts insgesamt nicht viel. Spiele vieles erst später, aber in dem Fall kann man dann auch nicht von "zuerst verschmäht" sprechen. Worauf ich früher nie scharf war, ist die Street Fighter Alpha/Zero Serie. Ich fand den comichaften Grafikstil im Vergleich zu Street Fighter II immer unterlegen. Aber mit Street Fighter III bin ich nie richtig warm geworden und als Street Fighter IV irgendwann langweilig wurde, bin ich mit meinem Prügelspiel-Spezi auf Street Fighter Zero 2 umgestiegen. Zero 3 ist auch toll mit dem World-Tour-Modus. Die Alphas (vor allem 1 und 2) spielen sich ziemlich oldschool und fühlen sich trotzdem deutlich moderner an als Street Fighter II. Für mich inzwischen die perfekte Mischung.

    Ansonsten habe ich mit Mario Galaxy meinen Frieden gefunden, nachdem mich der erste Teil damals echt genervt hat mit seinem nicht-Gameplay (vor allem nicht-Platforming) und dem ständigen Gefuchtel. Aber Super Mario Galaxy 2 hat mich dann doch mehr als überzeugt mit seinem klassischeren Leveldesign und dem etwas höheren Schwierigkeitsgrad. Ansonsten konnte ich den Forza-Spielen als Fan von Gran Turismo und Gotham Racing nie viel abgewinnen. Es sind aber inzwischen die letzten verbleibenden, wirklich guten Rennspiele. Gerade Forza Horizon hat für mich den perfekten Mix aus arcadiger und trotzdem anspruchsvoller Steuerung (auf "Simulation" und ohne Fahrhilfen).

    Derzeit bin ich auch dabei, den 3D-Gex-Spielen etwas abzugewinnen, aber das dauert noch.

  4. #4
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    Hatte die Demo von Bayonetta gezockt und konnte damit nichts anfangen. Irgendwann habe ich das Spiel günstig auf der 360 erworben und nochmals begonnen, hat aber auch nicht so recht klick gemacht und dann nach nem dritten Anlauf hat es dann geklickt und mir echt Spaß bereitet
    Ansonsten habe ich früher als Kind mein heutiges Lieblingsgenre "JRPG" verschmäht aber auch Action Adventures Aber irgendwann kam dann FFVII um die Ecke auf der PS1 und dann war es um mich geschehen Schon um Jahr danach meine PSX gemodded um die Jap. Demo von FFVIII spielen zu können und dann Xenogears 1998 erworben ^^ Eigentlich war das Abstieg in die Tiefen des Nerdtums
    Landing a desertsubmarine on me is cheating... take it back!


    You have heard my voice countless times, yet you do not know my name

    Meine Sammlung noch nicht alles drinne^^

  5. #5
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    Zitat Zitat von CIT Beitrag anzeigen
    Schönes Thema!
    Danke.

    Interessante Antworten hier bisher dabei. Das mit den prä-1985-Arcadespielen zum Beispiel hatte ich so bislang nicht gesehen, und mich schrecken solche Titel eben auch eher ab.

    @ OmniBrain: Naja, SMG 1 hat dir nicht gefallen, SMG 2 dann aber schon? Das heißt ja nicht, dass du etwas schätzen gelernt hast, sondern nur, dass du ein Spiel A nicht mochtest, aber ein Spiel B, das sehr vieles sehr anders macht, dann eben doch. Bei mir ist es genauso. SMG1 finde ich bis heute ziemlich mittelmäßig, während mich SMG2 durchgehend gepackt hat. SMG1 konnte sich einfach nicht entscheiden, was es sein wollte: Einerseits offenes Level-Design, aber andererseits nichts, um die Freiräume sinnvoll zu befüllen. So kam weder ein gut durchchoreografierter Flow auf, noch gab es tatsächlich etwas zu Erkunden. Wich man mal von dem Pfad ab, der offenbar vorgesehen war, dann konnte man auch mal längere Zeit durch leere Areale trotten, nur um irgendwann nach Planetenumrundung wieder am ursprünglichen Weg anzulanden. SMG2 dagegen hat sich klar positioniert: Es wollte kein My weit an SM64 oder SMS erinnern, sondern klassische Mario-Kost in 3D übertragen, und das hat es fantastisch gemacht.

    Ansonsten ist mir noch etwas eingefallen: Illusion of Time.
    Irgendwie wirkte alles auf mich etwas klobig und lieblos, gerade im Vergleich zu SoM und co. Ein Glück, dass ich es Jahre später noch einmal versucht habe, denn mittlerweile konnte auch ich erkennen, wie einzigartig die Story doch ist. Ohne Mist - so eine Art von Story wird man wohl nie wieder in einem Spiel erleben, mit ihren religiösen Anleihen und der Melancholie. Höchstens mal bei einem Indie. Und der Soundtrack ist auch grandios. Terranigma hat bei mir zwar auch weiterhin die Nase vorn, aber IoT ist ebenfalls weit vorne...ob ich mich indes wohl jemals mit Soul Blazer werde anfreunden können?...

  6. #6
    Mk.de Mitglied Avatar von OmniBrain
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    Zitat Zitat von KeeperBvK Beitrag anzeigen
    @ OmniBrain: Naja, SMG 1 hat dir nicht gefallen, SMG 2 dann aber schon? Das heißt ja nicht, dass du etwas schätzen gelernt hast, sondern nur, dass du ein Spiel A nicht mochtest, aber ein Spiel B, das sehr vieles sehr anders macht, dann eben doch. Bei mir ist es genauso. SMG1 finde ich bis heute ziemlich mittelmäßig, während mich SMG2 durchgehend gepackt hat. SMG1 konnte sich einfach nicht entscheiden, was es sein wollte: Einerseits offenes Level-Design, aber andererseits nichts, um die Freiräume sinnvoll zu befüllen. So kam weder ein gut durchchoreografierter Flow auf, noch gab es tatsächlich etwas zu Erkunden. Wich man mal von dem Pfad ab, der offenbar vorgesehen war, dann konnte man auch mal längere Zeit durch leere Areale trotten, nur um irgendwann nach Planetenumrundung wieder am ursprünglichen Weg anzulanden. SMG2 dagegen hat sich klar positioniert: Es wollte kein My weit an SM64 oder SMS erinnern, sondern klassische Mario-Kost in 3D übertragen, und das hat es fantastisch gemacht.
    Interessant zu lesen, dass es dir genauso ging. Für mich war beides irgendwie immer das selbe. Und ich habe SMG 2 damals auch garnicht erst gespielt, weil ich dachte, es ist eh nur der Nachfolger. Aber wie du schon erklärst, gibt es da schon große Unterschiede. Von daher – stimmt – ich habe es nicht über die Jahre schätzen gelernt. Aber für mich war halt Mario nach SMG erstmal tot. Zumal ein Jahr davor ja noch New Super Mario Bros. (DS) kam und auch schon am Thron gesägt hat. SMG 2 war also eher eine Rehabilitation (und New Super Mario Bros. Wii war ja auch wieder etwas besser).

  7. #7
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    Ich sehe, dass sich unsere Meinungen da noch weiter decken.
    NSMB fand ich ebenfalls total mittelmäßig, aber NSBMWii war dann wieder eine sehr positive Überraschung dank besseren Level Designs, höherem Schwierigkeitsgrad und natürlich der coolen Coop-Komponente.

  8. #8
    Mk.de Mitglied Stammuser Avatar von mitsuruga
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    Mir fallen zu dem gut gewählten Thema zwei Beispiele meinerseits ein:

    Metroid Prime 3: Corruption - Teil 1 ist für mich eine der größten Errungenschaften der Spieleentwicklung überhaupt und ich lasse auf das Spiel überhaupt nix kommen. Der Nachfolger war ein klein wenig überladen mit zu vielen Ideen und nicht mehr so in sich stimmig wie die Vorlage, trotzdem ein sehr gutes Spiel.

    Corruption habe ich 2007 gespielt und abgebrochen, weil mich die Steuerung damals absolut abgefuckt hat. Der Remote Controller (ohne MotionPlus) war zu der Zeit für mich ein total nerviges Element und ich habe damals laut geflucht, weil oftmals Eingaben bei Kämpfen nicht wollten wie ich. Hinzu kommt, dass das ganze Setting mit Marines und einer gesprochenen Geschichte mir nicht geschmeckt hat. Samus ist gefälligst alleine unterwegs und die Welt erzählt mir die Geschichte durch mein Erkunden.

    Jedenfalls habe ich es kürzlich durchgespielt (mit MotionPlus Controller) und hatte eine wirklich gute Zeit. Das Setting sehe ich zumindest als konsequenten Übergang zu Other M, das Gameplay war wesentlich flüssiger und die Bosse haben diesmal sogar Spaß bereitet. Vielleicht ist es die Ermangelung an Alternativen, weil es meiner Meinung nach nichts vergleichbares mit den Metroid Prime Spielen gibt, aber ich würde Metroid Prime 3 heute direkt neben Echoes unter Teil 1 aufhängen.

    ---------------------------------------------------------------------------------------------------

    Mein zweites Beispiel ist das ganze 2D Fighting Game Genre an sich. Ich war sehr lange Zeit ein Verfechter von Tekken und Virtua Fighter. Daher hab ich so Granaten wie X-Men vs. Street Fighter (Saturn), Hokuto no Ken (PS2) und Street Fighter 3rd Strike (Dreamcast) ignoriert und verkauft. Heute sehe das Genre als perfekte Beschäftigung für zwischendurch. Schnell mal ein Marvel vs. Capcom reinlegen, sich an den fantastischen Animationen satt sehen und sich über gelungene Combos freuen, das reicht mir heutzutage schon und ich habe keinerlei Ambitionen Wettkampf Niveau zu erreichen. Was damals bei Tekken und Virtua Fighter anders war und ich deshalb vieles übersehen habe.

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